Gastbeitrag: Familienferien in Goa

Besuch aus der Schweiz

Yes! Zum 2.Mal traten Fabian und ich (Olivia) die Reise nach Goa mit viel Vorfreude an.

Diesmal entschlossen wir uns 5 Wochen zu bleiben. Unser Flug führte uns über Mumbai nach Goa, mit einem ca.5 Stündigen Zwischenaufenthalt. Unsere anfängliche Sorge, wie wir bloss die lange Zeit am Flughafen totschlagen, war schnell verflogen als wir zum Ersten mit „incredible India“ konfrontiert wurden und froh darüber waren. Mir wurde bewusst, dass jetzt die Zeit gekommen ist, um jegliche (gewohnte) Hinterfragung bezüglich logischen Abläufen, Organisation etc. abzulegen und alles mit einem Lächeln distanziert zu beobachten. Bis wir nur schon am Mumbai Domestic Airport für Inlandfüge ankamen, verstrich soviel Zeit, dass wir nur noch etwas kleines Assen und kurz etwas einnickten, neben zahlreichen schnarchenden Wartenden… Der Weiterflug mit Kingfisher Airlines dauerte nur noch knapp eine Stunde und war glaub ich angenehm. Bin sofort eingeschlafen und weiss nichts mehr davon.;-) Fabian durfte schon das erste mal Bekanntschaft mit typisch indischem Frühstück machen, es gab um 4:30 morgens Curry Masala. D.h scharf ;-) Hihi..

Das Wiedersehen mit Anita und Dominik war toll und die Vorfreude auf die Zwei war riesig! Wir wurden dann auch sehr herzlich empfangen, mütterlich/väterlich umsorgt und köstlich verpflegt, so dass wir uns sofort wie zu Hause fühlten.

Ein kleines Schläfchen sorgte für Erholung und nach dem Aufwachen wussten wir, dass es kein Traum war….Später konnten wir unser eigenes Heim neben „Jayesh’s lovely Family“ beziehen, welches wir schon vom letzten Mal kennen. Auch die Enfield von Fabian stand vollgetankt bereit.

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The Magic of Goa

Das Akklimatisieren verlief ohne Probleme, da es anfangs nicht so heiss war und in der Nacht sehr abkühlt, sodass man sogar Abends eine Jacke benötigt, vor allem auf dem “Bike”. Fabian war kaum mehr zu bremsen was “Töfffahren” angeht. Jede noch so kleine Besorgung im Dorf wurde von ihm mit Freude ausgeführt, was für mich natürlich sehr angenehm war…;-)

Ansonsten verbrachten wir einige Tage an den unterschiedlichsten Stränden von Goa, ob Russenstrand, Hippiestrand oder einen von feierfreudigen Indern beschlagnahmten Strand, malerische Buchten, extrem weite Strände, alles war dabei.

Zwischendurch (aber mit einer gewissen Regelmässigkeit :-) ) ging’s immer wieder in die zahlreichen und äusserst bunten Shops, um sich mit der Goa-typischen Sommerbekleidung auszustatten.

Unbedingt zu erwähnen sind die herrlichen Ayurveda-Massagen, welche nie zu kurz gekommen sind… Was uns natürlich freut! :-) Wie wir später festgestellt haben, sind es nicht zuletzt auch die Massagen, die einiges z.T. unerwartetes an die Oberfläche brachten, was wir dann auch in ausführlichen Gesprächen miteinander aufgearbeitet haben. Sozusagen eine Reinigungskur des Geistes, worauf sich auch unsere Körper eine Woche später dazu entschieden hatten dies zu tun. Nennen wir es mal poetisch„die unfreiwillige Körperreinigungskur auf alle Seiten“.

(oder eifach de Schisser und de Chotzer).

Nun kam auch die Zeit für „Vreni, the Mama“ und die Freude des Wiedersehens war erneut gross. Auch sie fühlte sich erstaunlich schnell angekommen und wie zu Hause, was sich im Verlauf unserer gemeinsamen Ferien nur noch steigerte. Zusammen nahmen wir die unglaublich spezielle Stimmung in der Luft wahr, die Goa stets umgibt und es schafft einem zu verzaubern. Man findet die Schönheit in der Einfachheit des Landes und nicht in wie den oft besuchten „Touristen-Traum-Theater-Kulissen“.

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The Spirit of Hampi

Fabian und ich entschlossen uns auch dazu, die sagenumworbene Zugreise nach Hampi zu machen. Unsere erste Indien Zugreise in der 2.Sleeperclass war ein ganz besonderes Erlebnis, welches wir nicht mehr missen möchten und jeder selbst mal erleben sollte. Ich habe die Mantra-artigen Werberufe der Masala-Chai , Samosa, Veg-Cottlet, Curry etc-Verkäufer bis jetzt noch in den Ohren, welche im Intervall von ca. 10 min. abwechslungsweise unser Abteil besuchten.

Ca.7,5 Stunden später erreichten wir, zuletzt mit der Rikshaw, Hampi, die heilige Felsstadt. Eine gewaltige Felskulisse, umgeben von wunderschönen Tempeln und einer Energie, wie ich sie noch an keinem anderen Ort empfunden habe. In meinen Augen ist Hampi ein Kraftort.

Wir suchten uns ein passendes Guesthouse und klapperten dadurch Hampis Gassen ab, die einem interessante Einblicke in das bunte Leben der Einheimischen gab. Ganz getreu dem Yin Yang- Prinzip genossen wir dort unser bisher bestes Essen mit dem absolut freundlichsten Service, wie auch das übelste und unliebsamste Mahl. Das Selbe galt auch den Massagen….

Die Erkundungstour durch die alten grossteils hinduistischen Tempelanlagen war absolut faszinierend. Auch die muslimische Bevölkerung hinterliess ihre Spuren mit ihren Moscheen, wobei vieles nur noch als Ruine zu betrachten war.

Am nächsten Morgen genoss ich meine erste Yogalektion bei einem indischen Lehrer auf einer Dachterasse. Eine absolut einzigartige Erfahrung bei so einer gewaltigen Kulisse. Das Dorf erwacht, die Affen springen umher, die wärmende Sonne steigt, eine bunt gemischte internationale Gruppe macht dazu zusammen Yoga. Ein lauer Wind geht. Frieden liegt in der Luft. Leben pur. Om

Wie alles seine Kehrseite hat, möchte ich den sehr erfahrenen Lehrer nicht weiter erwähnen, da er bei mir am Schluss überraschend einen faden Nachgeschmack von Geldgier hinterliess. ->Ziel verfehlt.

Fabian und ich genossen gemeinsam eine tolle Zeit und uns wurde klar, dass wir hier nicht das letzte Mal waren.

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Um 4.30 Uhr klingelte der Wecker um die Rückreise anzutreten. Unser Rikshawfahrer brachte uns im dunkeln zum Bahnhof, worauf wir feststellten, dass der Zug 4 Stunden Verspätung haben wird, als hätten wir einmal bitte volles Programm Indien bestellt. ;-) Wir entschlossen uns, in einem Hotel frühstücken zu gehen und dort auch die sauberen Toiletten ausführlich zu geniessen. Zu Fuss liefen wir mit Rucksack durch Hospet und sammelten ganz viele tolle Eindrücke. Ein Grund mehr, um sich nicht ab unwichtigem aufzuregen, solange man nicht weiss, was einem dadurch erwartet.

Zurück in Goa

Voller Inspiration kamen wir wieder in Goa an und begrüssten mit Freude die weiteren Besucher Nadia, Päsce, Adi und Beni. Die restliche Zeit verbrachten wir genussvoll zusammen mit Essen, Strand, Shopping, Besorgungen, Töfffahren, Massagen, Sonnenuntergängen, Yoga usw.

Gestern sind wir wieder in der Schweiz zurück geflogen, wurden früh morgens herzlich von meiner Mutter, meiner Nichte und schönem Wetter empfangen…

Unser Fazit

-Goa bewirkt in jedem etwas

-Reisen öffnet den Horizont

-Jede Reise verändert das Selbst

-Reisen ist tödlich für Vorurteile

-Wir sind unseres eigenen Glücks Schmied

-Zu Hause ist überall

-Es ist schön wenn irgendwo jemand auf einen wartet

-Religion hat auch viele positive Seiten

-Hinter allem vermeintlich negativem, steckt etwas positives

-und das wichtigste-à Wir kommen wieder!:-) Wir wollen noch mehr sehen. Punkt. Hihi

Danke nomal a alli für die schöni Ziiiit! See you somewhere!

Olivia aka Livi

Das Reisen bildet sehr; es entwöhnt von allen Vorurteilen des Volkes,
des Glaubens, der Familie, der Erziehung. Es gibt den humanen duldsamen Sinn,
den allgemeinen Charakter. Wer dagegen nichts sah, was ihn in der Sphäre,
worin er lebt, umgibt, hält leicht alles für notwendig und einzig in der Welt,
weil es in seiner Heimat dafür gilt.

Immanuel Kant (1724-1804)

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