Auch das Paradies ist endlich

Die Zeit bis zur Ankunft unserer letzten Besucher aus der Schweiz verbrachten wir nochmals mit einem Abstecher über die Grenze Goas hinaus. Wir machten einen Ausflug zur „Paradise Beach“ nördlich von Goa im Staat Maharashtra. Die Fahrt mit unserer geliebten Enfield führte uns zuerst nach Kerim und von dort über den Grenzfluss weiter nach Shiroddha. Da die Brücke nach Maharashtra immer noch nicht fertig gestellt ist, nahmen wir die kostenlose Fähre. Die Umgebung war erstaunlich schön und wir genossen die Aussicht auf die Felder und kleinen Dörfer entlang der Route. Der kleine Abstecher zum Fort Tirakol hat sich auch gelohnt, wurde doch dieses Fort gerade erst kürzlich renoviert und zu einem edlen Hotel umgebaut. Im Innenhof des Forts befindet sich sogar eine kleine Kirche und die Aussicht vom Fort Richtung Goa ist traumhaft. Angekommen am Strand waren wir begeistert. Der Strand war fast menschenleer und auch die üblichen Strandverkäufer und Beach-Shaks „suchte“ man vergebens. Es ist schon erstaunlich, ein Katzensprung ausserhalb Goas, eine ganz andere Welt. Nach der kurzen Strandinspektion mussten wir aber zuerst eine Unterkunft ausfindig machen. Dank eines Tipps fanden wir eine nette Anlage, welche sogar die Möglichkeit bot, in zur Verfügung gestellten Zelten zu übernachten. Diese Gelegenheit liessen wir uns natürlich nicht nehmen ;)

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Zurück in Goa wurden wir zu einer indischen Hochzeit eingeladen. Da unsere Trekking und Strand Klamotten nur bedingt geeignet waren, kaufte uns unser Freund Jay in letzter Minute traditionelle Hochzeitskleider. So wohnten wir mit voller Ausstattung bei über 35 Grad der Hochzeit bei und gaben, gemäss einheitlicher Meinung, eine gute Figur ab ;) Vielleicht sogar eine zu-gute, denn zu viel Aufmerksamkeit ist nicht optimal, da man gemäss indischem (Aber-) Glauben damit böse Blicke auf sich zieht. Und so kam es, dass wir in der Nacht des selben Tages wegen eines Enfield-hassenden Hundes einen kleinen Unfall mit unserer Enfield hatten. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert und wir kamen mit ein paar Kratzern davon. Doch das Bike hatte einen Beton-Pfeiler geküsst und sah dementsprechend aus. Bei unserer Gastfamilie war der Grund für dieses Übel natürlich schnell gefunden. Wir hatten an der Hochzeit einfach zu viele „Bad-Eyes“ gesammelt und darum die Attacke des Hundes ungewollt heraufbeschworen ^^ Um uns von diesen bösen Blicken zu befreien wurde am nächsten Tag ein bisschen schwarze Magie angewandt :) In eine Zeitung wurde Reis und eine Chilly verpackt, anschliessend fuhr uns die „Dorfhexe“ mit dem Packet den Körper ab und murmelte irgendwelche Sprüche. Danach wurde dieses Packet verbrannt und mit der Asche unser Gesicht verschönert :) Was wir davon halten? Keine Ahnung. Immerhin sind wir seither wieder unfallfrei und lustig war es auf jeden Fall :D

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Doch nun stand der Besuch Oliver und Sabina mit Sohn Robin, und seinen Eltern Doris und Theo an. Im letzten Augenblick konnte auch die Enfield repariert werden, daher war alles wieder auf Kurs. Wir freuten uns speziell, dass wir Robin endlich auch in natura bewundern durften, da er erst nach unserer Abreise zur Welt kam und Dominik immerhin sein Onkel ist. Wir durften nochmals eine super Zeit zusammen erleben, auch wenn natürlich der Fahrplan massgeblich durch den Säugling definiert wurde ;) Auch unsere indische Familie war begeistert über den Kleinen und er wurde von allen Seiten liebevoll umsorgt.

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Ein absolutes Highlight durften wir dann noch kurz vor unserer Weiterreise erleben. Das Holi Festival stand vor der Tür! Für alle unwissenden, Holi ist das Fest der Farben. Eine Art Paintball für Kinder bei dem es einzig und alleine darum geht, Leute auf der Strasse von Kopf bis Fuss zu einzufärben. Dies macht man am besten mit Farbpulver oder noch besser mit gefärbtem Wasser :D Wir erstellten einen kleinen Schlachtplan und entschieden uns, eine kleine Basis beim Haus am Fluss einzurichten, da dort mit vielen Passanten zu rechnen war. Wir deckten uns mit kiloweise Farbpulver, Wasserpistolen und –Eimer ein. Auch dutzende mit gefärbtem Wasser gefüllte Ballone durften natürlich nicht fehlen. Nach dem alles vorbereitet war, konnten wir nur noch gemütlich auf unsere Opfer warten ^^ Bald schon kamen die ersten Kinder am Haus vorbei und wir gaben unsere Deckung auf und die volle Ladung Farbe wurde abgefeuert! Es war ein riesen Spass und wir konnten uns vor Lachen kaum mehr halten :) Doch auch wir bekamen unser Fett weg und mussten feststellen, dass die Farbe auch nach einem ausgedehnten Bad im Meer nicht verschwindet (Anitas Haare sind auch nach einer Woche noch grün-rosa-blond^^). Man kann sich vielleicht vorstellen, wie unsere ursprünglich weisse Hausfassade nach dieser Schlacht aussah. Ansonsten hilft ein Blick in die Bildergallery ;) Die Inder jedoch nehmen das gelassen, das Haus kriegt sowieso jedes Jahr einen neuen Anstrich.

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Doch leider hiess es bald darauf auch für uns Abschied von Goa zu nehmen. Wir freuten uns tierisch auf die Weiterreise und endlich wieder on-the-road zu sein. Trotzdem mussten wir beim Abschied feststellen, dass es uns noch nie im Leben so schwer fiel, Abschied zu nehmen. In diesen 5 Monaten ist uns nicht nur Goa und speziell Siolim, sondern vorallem die ganze Familie Vernekar sowas von ans Herz gewachsen, dass wir beim Abschied wirklich Mühe hatten. Wir werden auf unserer Reise sicher noch viele wunderschöne Orte entdecken. Doch es ist jetzt schon sicher, dass diese Orte einen schweren Stand haben, unser neuer place-to-be zu werden. Mal schauen was die Zukunft bringt ;)

In diesem Sinne viele Grüsse aus Kolkatta/Lovely India!

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