Kolkata und der Baum der Erleuchtung

Der Flug von Goa nach Kolkata mit Kingfisher verlief angenehm und problemlos. Aus irgendeinem Grund erwarteten wir von Kolkata nichts besonderes, doch wir wurden überaus positiv überrascht. In der Stadt befindet sich eine gigantische Grünfläche mit Seen, weidenden Pferden und Ziegen, Denkmäler und dem Cricket Stadion. Das lud zu eine Erkundung zu Fuss ein. Auch das Treiben der Leute ist sehenswert. Cricket ist hier Religion, doch man sieht auch hin und wieder einen Fussball. Angetan vom Grün, entschieden wir uns zum botanischen Garten auf der anderen Seite des Flusses zu fahren. Auch dieser Ausflug hat sich sehr gelohnt, befindet sich doch der weltgrösste Banyan-Tree mit einem Umfang von 1.5km und über 2800 Wurzeln in diesem Park!

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Die Gegend um unsere, im wahrsten Sinn des Wortes, Absteige an der Sudder Street gefiel uns sehr. Das Viertel war sichtbar gereinigt und jeden! Morgen wurde der Müll von der Strasse geputzt. Ob das immer so ist, oder nur wegen der auch in Kolkata stattfindenden Cricket Weltmeisterschaft, entzieht sich jedoch unserer Kenntnis. Direkt vor unsere Absteige gab es herrlichen Chai und zum Frühstück Bhaji und so konnte man super in den Tag starten. Echt Indien! Ein Mann kniet in einer Ecke an der Strasse und macht wohl seit 30 Jahren nichts anderes als den ganzen Tag seinen Milchtee zu kochen ;) Doch die Leute stehen Schlange und seine Chai-Erfahrung war auch für uns ein Genuss!

Da uns jedoch nicht mehr viel Zeit bis zum Ablauf des Visas blieb, machten wir uns nach 2 Übernachtungen bereits wieder auf den Weg und bestiegen den Zug nach Bodhgaya. Zuerst fuhren wir entlang gut bewässerten Reisflächen, doch je mehr wir uns unserem Ziel näherten wurde die Landschaft karg und staubtrocken. Zur allgemeinen Verwunderung fing es aber trotzdem an, kurz zu regnen und wir waren dankbar für die dadurch kühlere Luft. Nach Ankunft in Gaya nahmen wir eine Riksha nach Bodhgaya, dem Ort der Erleuchtung Siddharthas. Die Tempelanlage dort ist ein echtes Highlight! Es ist wie ein wunderschöner Themenpark des Buddhismus. Auch finden sich an diesem Ort buddhistische Mönche aus allen Ländern und Strömungen ein. Der heiligste Ort der Anlage ist jedoch der Bodhi Baum, welcher ein direkter Abkömmling des Baumes ist, unter dem Siddhartha zu Buddha wurde. Die friedliche Atmosphäre und Ruhe an diesem Ort ist unbeschreiblich. Die Menschen meditieren, beten oder machen stundenlang den Sonnengruss auf einem Holzbrett. Auch werden die fallenden Blätter dieses Baumes sofort aufgesammelt und als Andenken eingesteckt. Vorallem bei den Mönchen war es fast ein Wettbewerb, kaum löste sich ein Blatt vom Baum, sprangen die ersten auf :)
Doch auch ausserhalb des Tempels gibt es viel zu sehen, ist doch jedes buddhistische Land mit einem eigenen Kloster vertreten und man sieht auf kleinen Raum die Unterschiede der Architektur und der Kust. Vorallem die Klöster von Thailand und Japan waren sehr beeindruckend und wegen den täglichen, schlimmen Nachrichten aus Japan haben wir uns entschlossen, bei letzterem ein bisschen mehr zu spenden. Schliesslich besuchten wir den Tempel nochmals bei Nacht und haben es keine Sekunde bereut.
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Die weitere Strecke führte uns dann mit dem Bus von Bodhgaya via Patna zur nepalesischen Grenze in Raxaul. Die Nacht im Bus war staubig, kalt und holperig. Bei Sonnenaufgang staunten wir ab dieser abgelegenen Region und es wurde deutlich, dass der Staat Bihar einer der ärmsten in ganz Indien ist. Gut durchgeschüttelt von der Fahrt verlief die Migration aus Indien und nach Nepal aber erstaunlich problemlos und auch die letzten Bedenken bezüglich unserer Business-Visas konnten somit ad acta gelegt werden.
Auf der nepalesischen Seite hatten wir dann die Wahl ca 12 Stunden mit dem Bus über den Highway oder 6 Stunden mit dem Jeep die Abkürzung nach Kathmandu zu nehmen. Uns waren 6 Stunden sympathischer ;) Die Abkürzung stellte sich jedoch als wahre Offroad-Rally heraus! Die unbefestigten Berg-”Strassen” waren eng und auf einer Strassenseite ging es häufig hunderte Meter steil bergab. So konnten zwei entgegenkommende Jeeps kaum einander passieren und als auch noch heftiger Regen dazu kam, hatten auch wir ein kribbeln im Bauch ;)
Doch ich blogge, also bin ich und wir erreichten mit nur einer Reifenpanne Kathmandu!
Zu unsere Überraschung ist es in KTM erstaunlich kühl und es hat viel weniger Touristen und Luftverschmutzung als noch im Oktober – dem Regen sei Dank ;)
Nun bereiten wir unser nächstes Trekking in die Annapurna Region vor und werden wohl in 2 Tagen Richtung Pokhara aufbrechen.
Und zwischendurch geniessen wir die Annehmlichkeiten Thamels, auch wenn wir nur 2×4 Stunden Strom pro Tag haben und es alle 6 Stunden regnet :)

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