Annapurna Circuit Teil 1

Juhuu! Gesund, aber sehr müde wieder in Pokhara angekommen! :D

Doch eines nach dem anderen…

Da wir Porter Som vom Everest Trekking nicht erreichten, trafen wir am Vorabend den neuen Porter. Er hiess Grundai, und war uns mit seinem Lächeln und seinen knapp 60 Jahren auf anhieb sympathisch. Daher beschlossen wir, mit Ihm zu gehen und besprachen die Einzelheiten der Route.

Frühmorgens ging es los mit dem Bus von Pokhara nach Besi Shahar. Da es sogar möglich war, mit einem weiteren Bus noch mehr ins Tal vorzustossen, packten wir die Gelegenheit da wir keine Lust hatten, der Strasse zu Fuss zu folgen. So kamen wir nach einer holprigen Stunde in Bhulbhule (lustiger Name^^) an und es gab erstmal Mittagessen, natürlich Dal Bhat. Anschliessend folgte die erste Minietappe nach Nadi Bazar. Da wir uns, nach nicht mal 2 Stunden spazieren, bereits in der Lodge befanden, wurde aus dem Vorsatz das Rauchen aufzugeben erstmal nix, und wir verbrachten den Nachmittag mit einem deutschen Paar. Ein kleiner Rundgang im Dorf durfte natürlich nicht fehlen. Doch bis auf die Tatsache, dass jeder Zweite Ganja verkaufen wollte gab es nichts besonderes. Wir lehnten danken ab und gingen zurück, um genügend Schlaf für den erwarteten ersten grossen Wandertag zu haben.

Der nächste Tag fing gemütlich an und auch schon bald befanden wir uns auf Wegen, die wohl eher den Namen “Strasse” verdient haben. Unaufhaltsam wird gesprengt, gebaggert und gebohrt. Trotzdem passierten wir hübsche Dörfer und gelangten gut gelaunt in Ghermu an. Wir bestellten uns eine Suppe und bemerkten nur zufällig, dass es erst 2 Uhr am Nachmittag war! Da waren wir uns von unserem letzten Trekking aber ganz andere Ankunftszeiten gewohnt (nicht war Aisha?^^) Es ist zwar schön so früh anzukommen, doch hat man dann fast zuviel Freizeit, und Zeit totschlagen ist ungesund und teuer ;) also nahmen wir uns vor, ab jetzt einfach weiterzulaufen, wenn Zeit und Energie vorhanden ist.

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Tag 3 nun, führte uns immer weiter ins Tal, vorbei an imposanten Wasserfällen und Reisfeldern. Allgegenwärtig war jedoch das Grossbauprojekt Annapurna Rundstrasse auf der anderen Talseite. Bei allen einfachen Stellen im Hang ist die Strasse schon sichtbar und zig Bautrupps meisseln sich bei den schwierigeren, felsigen Stellen durch den Berg. Auf der einen Seite störend, auf der anderen Seite interessant diesen Arbeitern zu zuschauen. Safety First? Nicht in Nepal! Die Arbeiter hocken ungesichert und ohne Helm im Fels mit einem Presslufthammer, und ringen dem Berg eine Schneise ab. Diese Arbeiten bergen auch Gefahren für Wanderer, denn man muss auf Steinschlag gefasst sein. Das waren wir eben nicht! Denn kurze Zeit später kamen tatsächlich von oben Steine geflogen und statt zu reagieren (ja man sollte sich einfach möglichst nahe an den Hang werfen) blieben wir wie angewurzelt stehen und staunten, dass es Steine regnet. Doch es  waren keine Arbeiter zu sehen, aber eine Herde Ziegen die weiter oben kletterte und dadurch die Steine ins rutschen brachte. Wir hielten uns unsere Rucksäcke als Schutz über den Kopf und rannten einfach auf gut Glück durch die heikle Stelle. Die Standard- Tagesetappe hatten wir bereits wieder um 3 Uhr erreicht, setzten jedoch nach einem Tee die Wanderung bis zum nächsten Dorf fort.

Wir standen wieder früh auf obwohl es heute nur eine kurze Strecke bis nach Chame werden sollte. Am morgen läuft es sich einfach besser: Weniger Leute auf dem Weg und die Temperaturen sind angenehmer. So kamen wir nach kurzer Zeit in Chame an und hatten genug Zeit für Hot-Shower, Laundry und um uns das Dorf ausgiebig anzusehen. Als kleinen Imbiss gab es die lokale Spezialität Yak-Käse mit Salz Cracker – da fühlt man sich gleich wie Daheim ;)

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Bis jetzt war diese Wanderung, von der Landschaft her, nicht so berauschend wie letztes Mal im Everest Gebiet, doch das sollte sich ab diesem Tag ändern. Kurz nach Chame wird das Tal breiter und wir bestaunten eine 1500 Meter Wand die als sanfte Platte vor uns aufsteigt. Solche Momente beflügeln ungemein und wir liefen voller Freude Richtung der Region Pissang. Als kurz darauf die Sicht auf die 4500 Meter Flanke von Annapurna IV mit seinen Gletschern frei wurde, waren wir nur noch am staunen. Um diesen Anblick richtig auszukosten entschieden wir uns, nicht in Pissang zu bleiben, sondern den 600 Meter Aufstieg zu nehmen und in Ghyaru zu übernachten. Wir quartierten uns in einem Guesthouse ein und hatten mit 2 Canadiern, 2 Engländer und dem Besitzer einen unglaublich lustigen Abend ;)
Die Entscheidung dort zu Übernachten war etwas vom Besten, hatten wir doch am Morgen eine atemberaubend freie Sicht auf das Annapurna Massiv, welches uns den ganzen Tag auf dem “Upper Trail” bis Manang begleitete.
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Wir erreichten Manang trotzdem so früh, das noch genug Zeit blieb, einem traditionellen Pfeil-Bogen Wettbewerb beizuwohnen und den nahe gelegenen, sehr friedlichen See des Gangapurna Gletschers zu besichtigen. Aber auch das Dorf hat mit seinen alten Steuibauten ist sehr reizvoll und ideal für Fototouren. Normalerweise wird empfohlen, in Manang auf gut 3500 Meter einen Akklimatisierungstag einzulegen, doch da wir vor dem Pass Thorung La noch den Sidetrip zum Tilicho See planten, verzichteten wir auf diesen Ruhetag und wanderten zum nur  200 Meter höher gelegenen Dorf Khangsar. Da dieses Dorf nur 2 Stunden entfernt ist, blieb am Morgen noch genug Zeit, eine sehr interessante Fotoausstellung mit Bilder Manangs vor 30 Jahren, anzuschauen und Energie für den nächsten Tag zu sammeln. Das Guesthouse in Khangsar war super! Wir waren die einzigen Gäste und konnten endlich wieder einmal mit der Familie in der Küche sitzen und ihnen beim Treiben zuschauen. Ein sympathisches tschechisches Paar besuchte uns später spontan und wir hatten angenehme Diskussionen bei Chai und Momos. Unteranderem liessen wir uns darüber aus, wie einfach doch die Wanderung bis jetzt sei. Der nächste Wandertag durch das Erdrutschgebiet zum Tilicho Base Camp, sollte uns eines besseren belehren…
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