Koh Chang und die Sündenstadt Pattaya

Wir landeten in Bangkok fast eine Stunde zu früh (wusste gar nicht, dass so was möglich ist?), aber hatten natürlich nichts dagegen. Der erste Eindruck vom Airport war wie vor 4 Jahren, super! Als Vergleich: Auch der 2011 fertig gebaute neue Terminal in Delhi ist super und macht richtig was her. Nur wie in Indien halt üblich, werden die Mängel auf den zweiten Blick sichtbar. Jedes dritte WC ist bereits „out of order“, das Personal weiss nicht wirklich Bescheid und die ersten Baustellen werden bereits sichtbar. Halt einfach das unperfekte Indien, aber man gibt sich immerhin Mühe 🙂 Wir mussten auch diesmal wieder durch den Security Check in Delhi und hatten noch ein Trauma von dem chinesischen Reise-Mopp, damals beim Start der Reise! Diesmal verlief alles super schnell und organisiert. Nur meine mitgeführte Stahlkette erweckte die Aufmerksamkeit des weiblichen Security Personals und sie guckten mich kritisch an. Ich erklärte, dass man in ihrem Land ja so was braucht um das Gepäck im Zug anzuketten! Dann ging es los: Ahh, you like India, not first time? Where you’ve been in India, do you come back? Und so weiter, die wollten nicht mehr aufhören ^^

Doch nun zu Bangkok: Alles strahlt Professionalität aus und der Airport wirkt nach wie vor absolut neu. Schnell hat man das Gepäck, das Visa und Bargeld. Doch beim verlassen des Airports traf (vorallem mich) fast der Schlag. Unglaublich warme und extrem feuchte Luft (wir noch in den langen Trekkinghosen). Bangkok ist zu dieser Jahreszeit ein richtiger Backofen und die Lust auf Aktivität hielt sich in Grenzen. Keine Motivation auf Sightseeing oder Shopping. Immerhin zog Anita mit der Kamera durch die Khao San während ich im Restaurant mein Homeoffice bezog 😀 Wegen der Gluthitze verbrachten wir nur die nötigen Tage in Bangkok um uns zu entscheiden, wie die Reise weiterverlaufen soll.

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Wir entschieden uns schlussendlich Richtung Osten zu fahren und uns die Insel Koh Chang anzusehen. So einfach wie das Reisen in Thailand ist, bestiegen wir am Morgen einen Bus (im Vergleich zu Nepal/Indien war dieser Super-Duper-VIP-AC-First-Class^^) welcher uns bis zur Fähre nach Koh Chang fuhr. Alles einfach, alles funktioniert – Kopf abschalten, ein Chang Beer und die Thais machen lassen 🙂 Da wir keinen Reiseführer haben, erfragten wir die für uns nötigen Infos zu Koh Chang bei den Mitreisenden im Bus und der Fähre. Eigentlich super, denn es hat hier genügend Leute die schon Jahre nach Thailand kommen und gerne Auskunft geben 😉 So suchten wir zuerst die Backpacker Bugalows an der White Sand Beach auf und fanden auch schnell was passendes. Dazu muss man vielleicht sagen, dass der Mai in Thailand wirklich Nebensaison ist und selbst der meistbesuchte Strand auf Koh Chang nicht überlaufen und die Preise moderat sind. Wir nahmen uns vor, in den nächsten Tagen die Insel mit dem Scooter zu erkunden und uns durch die Strände zu „arbeiten“. Doch sehr schnell mussten wir feststellen, dass uns eigentlich nur die White Sand Beach und, auf der anderen Inselseite, die Long Beach wirklich entsprachen. Leider war die einzige Unterkunft bei der Long Beach auch schon sehr in der Offseason und man musste froh sein, überhaupt eine Dose Sprite kaufen zu können. So behielten wir vorerst unser Bungalow an der White Sand und relaxten ein paar Tage, zelebrierten das leckere Essen (scharfer Salat, frittierter Reisball oder Melon Ice Shake sind die Favoriten) und trafen uns mit den Leuten von der Busfahrt/Fähre. Doch es gibt ja noch weitere Trauminseln rund um Koh Chang und wir planten je ein paar Tage auf Koh Wai, Koh Mak und Koh Kood zu verbringen. Nur wurde leider nichts aus diesem Plan, da eigentlich alle Bootsagenturen den Betrieb bereits eingestellt hatten 🙁 Mit Umwegen wären wir nach Koh Wai gekommen aber uns konnte niemand sagen, wie man zu vertretbaren Preisen wieder von der Insel weg kommt. Und ein privates Boot zu chartern war nicht unser Ding.

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Wir entschlossen uns Koh Chang wieder zu verlassen und dafür auf dem Rückweg nach Bangkok in Pattaya einen Halt zu machen. Wir hatten vor 4 Jahren eine solche Abneigung gegen Tourihochburgen wie Patong/Phuket und erwarteten daher in Pattaya wohl nicht mehr als 1-2 Nächte zu verbringen. Aber es kam anders… 😉

Der gängige Pattaya Besucher ist gross gewachsen, tätowiert, hat eine Glatze und hat entweder den Body von Chuck Norris oder den eines Braumeisters 😉 Eine weitere Gemeinsamkeit ist natürlich die asiatische Begleiterin. Im Internet fanden wir häufig die Aussage: Etwas vom dämlichsten was mann machen kann, ist seine Freundin/Frau mit nach Pattaya zu nehmen. Oder anders formuliert: Man nimmt kein Wasser mit zum Meer 😉 Hat was, denn Pattaya ist ein Meer an Frauen. Der Meinung jedoch, dass Pattaya nichts für ein Paar ist, möchten wir wiedersprechen. Solange beide aufgeschlossen sind und ein verstohlener Blick nicht gerade in einem Beziehungsdrama endet, kann man eine super Zeit haben!
Wir machten den Praxistest und gingen am Abend zuerst an die berühmtberüchtigte Walking Street, dem konzentrierten Zentrum der Kontaktbars, Gogo Clubs und Pingpong Shows.

Dieser Rotlichtbezirk hat nicht diesen heruntergekommenen, billigen Charakter welchen man vielleicht schonmal in europäischen Metropolen gesehen hat. Man bekommt jedoch fast einen epileptischen Anfall von den unzähligen Neonlichtern und ist taub von der pumpenden Musik in den Bars und dem Geschrei werbender Thaimädels. Einfach toll sich mit einem kühlen Getränk an die Ecke zu stellen, und zu gucken was (und vorallem wer!) passiert. Wahrlich ein multikultureller Zirkus mit Leuten aus allen Himmelsrichtungen: Indische Sikhs auf Jungernfahrt, Japaner auf der Suche nach der gepflegten Gaisha, der Saudi ohne Gedanken an Allah oder der Europäer, welcher endlich weibliche Aufmerksamkeit erlebt. Wer jetzt denkt: „Ach, diese Armen Frauen“, liegt daneben. Man bekommt nicht den Eindruck, dass die Frauen hier nur aus einer Notsituation heraus sich mit Ausländern einlassen. Es ist vielmehr ein Hobby, welchem sehr viele nachgehen. Ist ja nicht so, dass nur die Mädels in der Bar für ein Abenteuer zu haben wären. Auch die Kassiererin im Supermarkt oder Cafe wird sich wohl ein Angebot auf Begleitservice gerne überlegen. Denn warum soll frau ein nobles Hotelzimmer, bezahltes Essen und Shopping nach IHREM Willen und SEINEM Geldbeutel ausschlagen? Business only! Viele Thais ticken diesbezüglich anders und holen sich was sie wollen. Da haben sich schon sehr viele Männer krass die Finger verbrennt. Nicht die Mädels tanzen nach der Pfeiffe des Mannes, meist sieht man auf der Strasse das Gegenteil 😉 Denn die Mädels hier sehen vielleicht zierlich und mädchenhaft aus aber sind meist mehr als 10 Jahre älter als geschätzt und haben es faustdick hinter den Ohren! Ironisch gesagt: Teufel im Minirock oder halt „Meneater“ 😉 Aber es ist uns bewusst, dass diese Beobachtungen nur die Spitze des Eisberges sind und versteckt wohl viel krankes passiert. Denn die berechnende und gespielte Art vieler Frauen kommt ja nicht von ungefähr. Sie wurden ja nicht so geboren. Soviel zu meiner Hobbyanalyse…

Doch wir wollten anschliessend doch noch kurz wissen, was es jetzt genau mit diesem Pingpong auf sich hat und setzten uns in einen Club. Daraus wurde ein unglaublich lustiger und in allen Belangen gelungener Abend! Wir hatten einen riesen Spass mit den anderen Besuchern und den Ladys! Wobei viele der männlichen Besuchern wegen Anitas Anwesenheit doch eher irritiert und verlegen waren. Es wurde sehr späht und wir waren nach dem ersten Abend bereits im Rhythmus Ausgang, Ausschlafen, Kater-Buffet, nochmals Schlafen, Ausgang 🙂

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Am 3. Tag machte ich mich am Nachmittag alleine auf den Weg, da Anitas Magen streikte. Ich merkte sehr schnell was für ein krasser Unterschied es ist, ohne Begleitung durch die Strassen zu ziehen. Als Mann wie auch als Frau! Anita wurde jeweils innerhalb von Sekunden belagert, wenn ich mich mal kurz 10 Meter entfernte ^^
Es war wieder drückend heiss und als sich kurz der Kreislauf bemerkbar machte, liess ich mich in der nächsten Bar nieder und bestellte eine Coke. Und schon gings los: Hello sexy boy! You lucky! One coke you buy, p***y for free 0.o Hmm, ich kollabiere bald, bring endlich die Coke!! 🙂 Der Spiessroutenlauf ging weiter, da mann bei jedem der hunderten Massagesalons schneller in den Laden gezogen wird als einem lieb ist. Da bei mir diese gespielte Art und die Schmeicheleien nicht wirklich fruchten, bin ich sehr froh mit meiner Freundin Pattaya besucht zu haben! Das gibt wenigstens ein bisschen Luft 😉
Hätte nicht im Traum gedacht, dies einmal zu sagen, aber Pattaya ist sehenswert!

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