Sabah – Borneo

Wir starteten das Kapitel Malaysia in Sabah auf der Insel Borneo. Unsere ersten Erfahrungen mit dem asiatischen Billigflieger Air Asia sind ganz in Ordnung. Man muss zwar höllisch aufpassen beim buchen der Tickets, da man für wirklich alles extra bezahlt! Nicht mal Getränke oder Gepäck sind im Preis inklusive. Falls man vergessen sollte, sein Gepäck vor dem Checkin zu buchen oder zu wenig Kilos bucht, fallen happige Mehrkosten an. Wir durften zum Glück Ursi&Rico einen ordentlichen Seesack mit Ware nach Hause geben und so sind wir jetzt unter 15kg/5kg pro Person Gesammtgepäck. So reist es sich um Welten angenehmer.

Die ersten Tage auf Borneo verbrachten wir in Kota Kinabalu. Eine nette und, von den Bewohnern her, sehr chinesisch geprägte Stadt. Wir organisierten die geplante Besteigung des Mount Kinabalu und arbeiteten am mitgebrachten Schlafdeffizit aus Thailand 😉
Am Vorabend der Besteigung ging es mit dem Bus Richtung Kinabalu National Park. Kurz vor Ankunft zeigte sich der Berg ein erstes Mal. Eine sehr imposante Erscheinung, welche Nervenkitzel und auch Zweifel auslöste. Was, da wollen wir hoch!?
Die Besteigung kann nur als Package gebucht werden und ist nicht wirklich günstig zu haben. Daher meldeten wir uns am nächsten Morgen beim Park Check-in, und erhielten einen Guide, alle Voucher für die Tour und ein Lunch Packet. Die erste Etappe durch die verschiedenen Klimazonen zum Camp verlief problemlos, da der Weg sehr gut prepariert ist und man nach jedem Kilometer eine Rasthütte zur Verfügung hat. Wir erreichten Laban Rata um die Mittagszeit, bezogen unser Dorm und genossen mit den Leuten das Wetter und die herrliche Aussicht von 3200 m.ü.M. Das Buffet am Abend war weltklasse und die ursprüngliche Skepsis über den hohen Package Preis wurde mit jedem Bissen kleiner. Jedoch gingen wir schon bald schlafen, denn bereits um 02.00 Uhr in der Nacht sollte der Wecker klingeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ca 3 Stunden Schlaf, war es dann soweit und wir packten unser Equipment und nach einer kleinen Stärkung reihten wir uns in die Warteschlange zum Gipfel. Zu unserem Glück waren die meisten (asiatischen) Gipfelstürmer überhaupt nicht an diese Höhe gewöhnt und wir konnten nach kurzer Zeit die grossen Massen hinter uns lassen und unser Tempo selber bestimmen. Wurde der Weg am Anfang noch durch langweilige Holztreppen bestimmt, gab es ab der Hälfte zum Gipfel mehr Action. Eine weisse Führungsleine markierte den Weg und man hatte an gewissen Stellen ein leichtes Kletterfeeling. Der Mount Kinabalu besteht im oberen Teil aus einer flachen, sanft ansteigenden Granitplatte. Wir bestritten unseren Weg, wie in Nepal gelernt, mit langsamen aber stetigen Schritten. Unglaublich was man teilweise bei den Malays sah. Es gab Leute die im vollen Ernst da oben 100 Meter rannten, nur um nach dieser Grosstat fast zu kollabieren. Nach kurzem ausruhen, dann das gleiche erneut: Hundert Meter rennen und auf die Knie sinken. Das diese Leute nicht annähernd schneller waren als wir, muss man wohl nicht erwähnen. Wir erklärten uns dieses Verhalten, dass die Malays halt einfach kein Bergvolk sind 😉 Auf der Granitplatte blies uns dann auch noch ein heftiger, eiskalter Wind entgegen und wir waren um jede Schicht der Ausrüstung dankbar.
Wir erreichten den Gipfel auf 4100 Meter kurz vor Sonnenaufgang. Es war ein sehr erhabenes Gefühl dort oben, wo die Sonne quasi über der Welt aufgeht. Man hat eine fantastische Aussicht und überblickt aus dieser Höhe ganz Borneo, die Philippinen und Indonesien. Der Hauptunterschied zu Nepal ist wohl, dass es um den Kinabalu einfach nichts gibt, was ähnlich hoch ist und die Sicht nehmen könnte. Unser persönliches Highlight sahen wir jedoch, als wir uns von der Sonne abwandten. Denn auf der Rückseite wirft der Berg einen hunderte Kilometer langen, perfekten Schatten in Pyramidenform! Absolut beeindruckend!

 

 

 

 

Doch da oben blieb es kalt und wir machten uns an den Abstieg zum Camp. Nach einem ebenfalls üppigen Frühstücksbuffet ging es auf den Abstieg zum Park. Nach der Hälft der Strecke merkten wir langsam die Anstrengung und die Beine wurden zu Gummi. Wir kämpften uns den Berg runter und kamen heil, aber ziemlich am Ende, im Park an.

Es ist unglaublich wenn man nach dieser Tour wieder unten steht. Man blickt hoch und bekommt fast die Krise wenn man bedenkt, dass man frühmorgens noch dort oben stand. In 30 Stunden 2500 Höhenmeter rauf und runter ist schon ein bisschen krank 😉 Aber was soll’s, der Weltrekord liege bei 2,5 Stunden -.-

Wir büssten diesen Ausflug mit heftigem Muskelkater an den nächsten 3 Tagen und so verbrachte ich meinen Geburtstag mehrheitlich horizontal 🙂 Doch das beste Mittel gegen Muskelkater sei ja bekanntlich Bewegung und daher machten wir kleinere Ausflüge von Sandakan aus. Unter anderem besuchten wir die Station für Orang Utans und ein typisches, auf dem Wasser gebautes Fischerdorf.

 

 

 

 

Nachdem wir wieder fit waren, machten wir uns auf (vorerst?) letzten Projekt auf Sabah. Wir fuhren entlang endloser Palmplantagen nach Semporna. Auf den ersten Blick ein überwältigender Ozean an Ölpalmen soweit das Auge reicht. Bedenkt man jedoch, dass hier einst dichtester Jungel stand, so wie man ihn noch vereinzelt vorfindet, bekommt die grüne Pracht einen faden Nachgeschmack. Von Semporna hörten wir schon mehrmals, dass die vorgelagerten Insel Sempornas zu den weltbesten Tauchspots gehören. So buchte Anita einen Open Water Diver Kurs und ich gesellte mich für die 2 Tauchboot-Tage als Fun Diver zur Gruppe. Uns verschlug es bereits beim ersten Tauchgang komplett die Sprache. Man muss dies nicht mit Worten beschreiben, denn man muss es sehen! Hier gibt es absolut traumhafte Bedingungen und wenn, wie bei Anita, beim ersten Tauchgang bereits Meeresschildkröten vorbeiziehen, ist man dem Tauchen erlegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Uns hat das Tauchfieber nun vollends gepackt! Wir werden nun in jedem Land wenn möglich tauchen gehen und weitere Kurse besuchen. Dies wird uns wohl etliche Wochen Weltreise kosten, aber das ist es uns mehr als Wert 😉 Tauchen ist für uns eine wahre Erfüllung und wir danke Ursi&Rico, dass ihr uns (wieder) angefixt habt! Es ist einfach so was faszinierendes! Wer das nicht so sieht, war einfach noch nie an einem schönen Ort tauchen (Vorsicht Behauptung! ^^)
Die Pflanzen- und Tierwelt über dem Wasser ist ja schon unglaublich, aber unterm Wasser gibt Mutter Natur voll Gas…

Abschliessend gibt es noch zusagen, dass wir begeistert sind von den Malays. Wir haben keine Ahnung, ob dies auch auf dem Festland so sein wird, aber die Leute auf Sabah sind unheimlich freundlich, hilfsbereit und einfach zuckersüss – man kommt fast in Verlegenheit! Zudem sprechen eigentlich alle ein paar Brocken, bis sehr gut Englisch. Ein gewaltiger Unterschied zu Thailand…

 

P.S. Wegen Problemen mit Picasa mussten wir unser Photohosting nochmals überdenken und werden zukünftig die Bilder nur noch direkt auf der Webseite veröffentlichen. Die neue Bilder-Galerie findet man wie früher auf der Seite Photos. Vielen Dank an David von Hobos für die Inputs!

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Ein Kommentar zu Sabah – Borneo

  1. Wow, tauchen lernen auf Borneo und gleich mit Schlikroeten. Das ist genial. Bin sicher ihr werdet noch viele tolle Tauchgaenge haben!

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